Rede Hit­lers: 3.10.41 in Ber­lin

Mei­ne deut­schen Volks­ge­nos­sen und –genos­sin­nen!

Wenn ich heu­te nach lan­gen Mona­ten wie­der zu Ihnen spre­che, dann geschieht es nicht, um etwa einem jener Staats­män­ner Rede und Ant­wort zu ste­hen, die sich vor kur­zem wun­der­ten, war­um ich so lan­ge geschwie­gen hät­te. Die Nach­welt wird ein­mal abwä­gen und fest­stel­len kön­nen, was mehr Gewicht hat­te in die­sen drei­ein­halb Mona­ten: die Reden des Herrn Chur­ch­ill oder mei­ne Hand­lun­gen. Ich bin heu­te hier­her gekom­men, um wie immer zum Win­ter­hilfs­werk eine kur­ze Ein­lei­tung zu geben. Es wur­de mir die­ses Mal das Her­kom­men beson­ders schwer, weil in die­sen Stun­den, da ich hier sein kann, an unse­rer Ost­front sich wie­der im Voll­zug ein­ge­lei­te­ter Ope­ra­tio­nen ein neu­es gewal­ti­ges Ereig­nis voll­zieht. Seit acht­und­vier­zig Stun­den ist aber­mals eine Ope­ra­ti­on von gigan­ti­schem Aus­maß im Gan­ge. Sie wird mit­hel­fen, den Geg­ner des Ostens zu zer­schmet­tern. Ich rede nun­mehr zu Ihnen im Namen der Mil­lio­nen, die in die­sem Augen­blick kämp­fen, um Sie, die deut­sche Hei­mat, auf­zu­for­dern, zu allen ande­ren Opfern auch in die­sem Jahr das zusätz­li­che Opfer des Win­ter­hilfs­werks auf sich zu neh­men. Seit dem 22. Juni tobt nun ein Kampf von einer wahr­haft wel­tent­schei­den­den Bedeu­tung. Umfang und Tie­fe die­ses Ereig­nis­ses wird erst eine Nach­welt ganz klar erken­nen. Sie wird ein­st in ihren Fest­stel­lun­gen zu dem Ergeb­nis kom­men, daß damit eine neue Zei­ten­wen­de begann. Auch die­ser Kampf wur­de von mir nicht gewollt. Seit im Janu­ar 1933 mir die Vor­se­hung die Füh­rung und Len­kung der Geschicke des Rei­ches anver­trau­te, hat­te ich ein Ziel vor Augen, das im wesent­li­chen im Pro­gramm unse­rer natio­nal­so­zia­li­sti­schen Par­tei umris­sen war. Ich bin die­sem Ziel nie untreu gewor­den und habe mein Pro­gramm nie­mals auf­ge­ge­ben. Ich habe mich damals bemüht, den Wie­der­auf­bau eines Vol­kes her­bei­zu­füh­ren, das nach einem durch eige­ne Schuld ver­lo­re­nen Krieg den tief­sten Sturz sei­ner Geschich­te hin­ter sich hat­te. Allein schon eine rie­sen­haf­te Auf­ga­be. Ich begann dabei die­se Auf­ga­be in dem Augen­blick, als ande­re bereits an ihr ent­we­der geschei­tert waren oder über­haupt nicht mehr an die Mög­lich­keit der Erfül­lung eines sol­chen Pro­gramms glaub­ten. Was wir nun in die­sen Jah­ren in fried­li­chem Auf­bau gelei­stet haben, ist ein­ma­lig. Es ist für mich und für mei­ne Mit­ar­bei­ter oft gera­de­zu eine Belei­di­gung, uns mit jenen demo­kra­ti­schen Nul­len abge­ben zu müs­sen, die über­haupt auf nicht eine ein­zig wah­re gro­ße Lebens­lei­stung zurück­zu­blicken in der Lage sind. Ich und wir alle hät­ten die­sen Krieg nicht not­wen­dig gehabt, um etwa unse­re Namen zu ver­ewi­gen. Dafür hät­ten die Wer­ke des Frie­dens gesorgt, und zwar genü­gend gesorgt. Und außer­dem, wir waren nicht etwa am Ende unse­rer Schöp­fun­gen ange­kom­men, son­dern wir stan­den viel­leicht auf man­chen Gebie­ten erst am Beginn. Die inne­re Sanie­rung unse­res Rei­ches war uns gelun­gen, unter schwe­ren Vor­aus­set­zun­gen. Denn immer­hin, in Deutsch­land müs­sen 140 Men­schen auf dem Qua­drat­ki­lo­me­ter ernährt wer­den. Die ande­re Welt hat es hier leich­ter. Und trotz­dem haben wir unse­re Pro­ble­me gelö­st, und die ande­re Welt ist zum gro­ßen Teil an die­sen Pro­ble­men geschei­tert. Es waren fol­gen­de Grund­sät­ze:

1. Die inne­re Kon­so­li­die­rung der deut­schen Nati­on,

2. die Errin­gung unse­rer Gleich­be­rech­ti­gung nach außen und

3. die Eini­gung des deut­schen Vol­kes und damit die Wie­der­her­stel­lung eines natur­ge­ge­be­nen Zustan­des, der durch Jahr­hun­der­te nur künst­li­ch unter­bro­chen wor­den war.

Es war also, mei­ne Par­tei­ge­nos­sen und mei­ne Volks­ge­nos­sen, unser äuße­res Pro­gramm auch von vorn­her­ein fest­ge­legt, daher auch die äuße­ren Maß­nah­men von vorn­her­ein bestimmt. Kei­nes­wegs war damit gesagt, daß wir jemals nach einem Krieg streb­ten. Aber etwas war bestimmt: daß wir unter kei­nen Umstän­den ver­zich­ten woll­ten auf die Wie­der­her­stel­lung der deut­schen Frei­heit und damit einer der Vor­aus­set­zun­gen zum deut­schen Wie­der­auf­stieg.

Ich habe aus die­sem Gesichts­punkt her­aus der Welt sehr vie­le Vor­schlä­ge unter­brei­tet. Ich brau­che sie hier nicht zu wie­der­ho­len, das besorgt die täg­li­che publi­zi­sti­sche Tätig­keit mei­ner Mit­ar­bei­ter, wie vie­le Frie­dens­an­ge­bo­te ich die­ser Welt mach­te, Abrü­stungs­vor­schlä­ge, Vor­schlä­ge zur fried­li­chen Her­bei­füh­rung ver­nünf­ti­ger wirt­schaft­li­cher neu­er Ord­nun­gen. Es ist das alles abge­lehnt wor­den, und zwar wesent­li­ch abge­lehnt wor­den von jenen, die ersicht­li­ch nicht hof­fen konn­ten, durch eine Frie­dens­ar­beit ihre eige­nen Auf­ga­ben zu erfül­len oder bes­ser, ihr eige­nes Regime am Ruder hal­ten zu kön­nen. Trotz­dem ist es uns all­mäh­li­ch gelun­gen, in jah­re­lan­ger Frie­dens­ar­beit nicht nur die inne­ren gro­ßen Reform­ar­bei­ten durch­zu­füh­ren, son­dern auch die Eini­gung der deut­schen Nati­on ein­zu­lei­ten, das Groß­deut­sche Reich zu schaf­fen, Mil­lio­nen deut­sche Volks­ge­nos­sen damit wie­der in ihre eige­ne Hei­mat zurück­zu­füh­ren und das Gewicht ihrer Zahl damit auch dem deut­schen Volk wie­der als macht­po­li­ti­sches Gewicht zur Ver­fü­gung zu stel­len. In die­ser Zeit gelang es mir, eine Anzahl von Bun­des­ge­nos­sen zu erwer­ben, – an der Spit­ze Ita­li­en, mit des­sen Staats­mann mich eine per­sön­li­che enge und inni­ge Freund­schaft ver­bin­det. Auch zu Japan wur­den unse­re Bezie­hun­gen immer bes­ser. In Euro­pa hat­ten wir außer­dem von frü­her her eine Rei­he von Völ­kern und Staa­ten, die uns in einer immer gleich­blei­ben­den Sym­pa­thie und Freund­schaft gegen­über­stan­den; vor allem hier Ungarn, eini­ge nor­di­sche Staa­ten. Es sind zu die­sen Völ­kern ande­re hin­zu­ge­kom­men, lei­der das Volk nicht, um das ich am mei­sten gewor­ben habe in mei­nem Leben: das Bri­ti­sche. Nicht, daß etwa das eng­li­sche Volk viel­leicht dafür allein die Ver­ant­wor­tung trägt in sei­ner Gesamt­heit, im Gegen­teil, es sind eini­ge Men­schen, die in ihrem ver­bohr­ten Haß, in ihrem Wahn­witz jeden sol­chen Ver­su­ch einer Ver­stän­di­gung sabo­tier­ten, unter­stützt von jenem inter­na­tio­na­len Welt­feind, den wir alle ken­nen: dem inter­na­tio­na­len Juden­tum. So gelang es lei­der nicht, Groß­bri­tan­ni­en, vor allem das eng­li­sche Volk, mit dem deut­schen in jene Ver­bin­dung zu brin­gen, die ich immer erhofft hat­te.

So kam eben, gen­au wie 1914, der Augen­blick, da die har­te Ent­schei­dung getrof­fen wer­den muß­te. Ich habe auch davor dann aller­dings nicht zurück­ge­schreckt. Denn über eines war ich mir im kla­ren: Wenn es eben nicht gelin­gen konn­te, die eng­li­sche Freund­schaft zu bekom­men, dann war es bes­ser, die Feind­schaft traf Deutsch­land in dem Augen­blick, in dem ich sel­ber noch an der Füh­rung des Rei­ches stand. Denn wenn durch mei­ne Maß­nah­men und durch mein Ent­ge­gen­kom­men die­se eng­li­sche Freund­schaft nicht zu erwer­ben war, dann war sie für alle Zukunft nicht zu erwer­ben, dann blieb nichts ande­res übrig als der Kampf. Dann aber bin ich dem Schick­sal nur dank­bar, wenn die­ser Kampf von mir geführt wer­den kann. Ich bin daher auch der Über­zeu­gung, daß es mit all die­sen Män­nern wirk­li­ch kei­ne Ver­stän­di­gung gibt. Es sind das Wahn­sin­ni­ge, Nar­ren, Leu­te, die seit zehn Jah­ren kein ande­res Wort kann­ten als nur eines: Wir wol­len wie­der einen Krieg mit Deutsch­land! – In Mona­ten, in denen ich mich bemüh­te, eine Ver­stän­di­gung her­bei­zu­füh­ren, da hat­te die­ser Herr Chur­ch­ill nur immer einen Ruf: „Ich will einen Krieg haben!“ – Er hat ihn jetzt! Und alle sei­ne Mit­het­zer, die nichts ande­res zu sagen wuß­ten, als daß das ein rei­zen­der Krieg sein wird, die sich gegen­sei­tig damals am 1. Sep­tem­ber 1939 beglück­wünsch­ten zu die­sem kom­men­den rei­zen­den Krieg, sie wer­den jetzt unter­des viel­leicht schon über die­sen rei­zen­den Krieg anders den­ken. Und wenn sie es noch nicht wis­sen soll­ten, daß die­ser Krieg für Eng­land kei­ne rei­zen­de Sache wird, so wer­den sie’s mit der Zeit noch mer­ken, so wahr ich hier ste­he. Die­se Het­zer haben es damals fer­tig gebracht Polen vor­zu­schie­ben; die Het­zer aber nicht nur hier in der alten, son­dern auch die Het­zer in der neu­en Welt. Sie haben schlau den Polen vor­ge­re­det, daß erstens Deutsch­land sowie­so nicht das sei, was es zu sein vor­ge­be, und zwei­tens daß man ja die Garan­tie besä­ße, unter allen Umstän­den die not­wen­di­ge Hil­fe zu bekom­men. Das war die Zeit, in der Eng­land noch nicht in der Welt her­um­ge­bet­telt hat um Hil­fe sei­ner­seits, son­dern noch jeder­mann groß­zü­gig sei­ne Hil­fe ver­sprach. Das hat sich ja seit­dem schon wesent­li­ch geän­dert. Wir hören jetzt ja nicht mehr, daß Eng­land einen Staat in den Krieg führt mit dem Ver­spre­chen, ihm zu hel­fen, son­dern wir hören jetzt nur mehr, daß Eng­land in der Welt her­um­bet­telt, es möch­te ihm gehol­fen wer­den.

Ich habe damals gera­de Polen gegen­über Vor­schlä­ge gebracht, von denen ich heu­te, nach­dem die Ereig­nis­se gegen unse­ren Wil­len einen ande­ren Ver­lauf genom­men hat­ten, gera­de­zu sagen muß: Es war doch die Vor­se­hung, die all­mäch­ti­ge Vor­se­hung, die es damals ver­hin­dert hat, daß die­ses mein Ange­bot ange­nom­men wur­de. Sie hat wohl gewußt, war­um das nicht so sein durf­te. Und heu­te weiß auch ich es. und wir alle wis­sen es: Die­se Ver­schwö­rung von Demo­kra­ten, Juden und Frei­mau­rern hat es damals fer­tig­ge­bracht vor zwei Jah­ren, zunäch­st Euro­pa in den Krieg zu stür­zen. Es muß­ten also die Waf­fen ent­schei­den. Seit­dem nun fin­det ein Kampf statt zwi­schen der Wahr­heit und der Lüge. Und wie immer, wird die­ser Kampf für die Wahr­heit am Ende sieg­reich aus­ge­hen. Das heißt mit ande­ren Wort­en: Was immer auch die bri­ti­sche Pro­pa­gan­da, was immer auch das inter­na­tio­na­le Welt­ju­den­tum und sei­ne demo­kra­ti­schen Hel­fers­hel­fer zusam­men­lü­gen mögen, an den histo­ri­schen Tat­sa­chen wer­den sie nichts ändern. Und die histo­ri­sche Tat­sa­che ist, daß nicht die Eng­län­der in Deutsch­land ste­hen, daß nicht die ande­ren Staa­ten etwa Ber­lin erobert haben, daß sie nicht etwa nach dem Westen oder nach dem Osten vor­ge­rückt sind, son­dern die histo­ri­sche Wahr­heit ist, daß seit nun­mehr zwei Jah­ren Deutsch­land einen Geg­ner nach dem ande­ren nie­der­ge­wor­fen hat. Ich habe das gar nicht gewollt, ich gab ihnen sofort nach der ersten Aus­ein­an­der­set­zung wie­der mei­ne Hand. Ich war sel­ber Sol­dat gewe­sen und weiß, wie schwer Sie­ge zu erkämp­fen sind, wie viel Blut und Elend, Jam­mer, Ent­beh­run­gen und Opfer sich damit ver­bin­den. Ich bin sofort zurück­ge­sto­ßen wor­den. Und seit­dem haben wir es ja erlebt, daß jedes Frie­dens­an­ge­bot von mir sofort von die­sem Kriegs­het­zer Chur­ch­ill und sei­nem Anbau aus­ge­nützt wur­de, um zu erklä­ren, das sei der Beweis unse­rer Schwä­che, das sei der Beweis, daß wir nun nicht mehr könn­ten. Ich habe es daher auf­ge­ge­ben, noch ein­mal die­sen Weg zu ver­su­chen. Ich habe mich zur Über­zeu­gung durch­ge­run­gen, es kann hier nur eine ganz kla­re Ent­schei­dung, und zwar eine welt­ge­schicht­li­che Ent­schei­dung für die näch­sten hun­dert Jah­re erkämpft wer­den.

Immer in dem Bestre­ben, den Umfang des Krie­ges zu begren­zen, habe ich mich im Jah­re 1939 zu etwas ent­schlos­sen, das Sie, mei­ne alten Par­tei­ge­nos­sen, vor allem als das Schwer­ste begrei­fen, was ich, ich möch­te fast sagen, an mensch­li­cher Demü­ti­gung unter­neh­men muß­te. Ich habe damals mei­nen Mini­ster nach Mos­kau geschickt. Es war die bit­ter­ste Über­win­dung mei­nes Gefühls. Aber in sol­chem Augen­blick darf ja nicht das Gefühl eines Men­schen ent­schei­den, wenn es sich um das Wohl von Mil­lio­nen ande­rer han­delt. Ich habe ver­sucht, hier zu einer Ver­stän­di­gung zu kom­men. Sie wis­sen sel­ber im Innern am aller­be­sten, wie ehr­li­ch und auf­rich­tig ich die­se Ver­pflich­tun­gen dann gehal­ten habe. Weder in unse­rer Pres­se noch in unse­ren Ver­samm­lun­gen ist auch nur ein Wort mehr seit­dem über Ruß­land geschrie­ben wor­den, kein Wort mehr über den Bol­sche­wis­mus. Lei­der hat sich die ande­re Sei­te von Anfang an dar­an nicht gehal­ten. Die Fol­gen die­ser Abma­chung war ein Ver­rat, der zunäch­st den gan­zen Nord­ost­en Euro­pas liqui­dier­te. Was es für uns damals bedeu­te­te, still­schwei­gend zuse­hen zu müs­sen, als das klei­ne fin­ni­sche Volk abge­würgt wur­de, das wis­sen Sie ja alle selbst. Und was es für mich als Sol­dat bedeu­te­te, hier zuse­hen zu müs­sen, wie ein über­mäch­ti­ger Staat über einen klei­nen her­fällt, das wis­sen Sie auch. Ich habe aber geschwie­gen. Was es bedeu­te­te, als end­li­ch die bal­ti­schen Staa­ten eben­falls über­wäl­tigt wur­den, das kann nur der ermes­sen, der die deut­sche Geschich­te kennt und weiß, daß es dort ja kei­nen Qua­drat­ki­lo­me­ter Grund und Boden gibt, der nicht ein­st durch deut­sche Pio­nier­ar­beit über­haupt der mensch­li­chen Kul­tur und Zivi­li­sa­ti­on erschlos­sen wor­den war.

Trotz­dem, ich habe zu all dem geschwie­gen. Erst als ich von Woche zu Woche mehr emp­fand, daß Ruß­land nun­mehr die Stun­de gekom­men sah, gegen uns vor­zu­ge­hen, als in einem Augen­blick, da wir knap­pe drei Divi­sio­nen in Ost­preu­ßen besa­ßen, zwei­und­zwan­zig rus­si­sche sich dort ansam­mel­ten, als ich all­mäh­li­ch die Unter­la­ge erhielt, wie an unse­rer Gren­ze Flug­platz um Flug­platz ent­stand, wie eine Divi­si­on nach der ande­ren aus dem gan­zen rie­sen­haf­ten Welt­reich hier zusam­men­ge­zo­gen wur­de, da war ich ja nun ver­pflich­tet, auch mei­ner­seits besorgt zu sein. Denn es gibt in der Geschich­te kei­ne Ent­schul­di­gung für ein Ver­se­hen, eine Ent­schul­di­gung, die etwa dar­in besteht, daß man nach­träg­li­ch erklärt. Ich habe das nicht bemerkt, oder ich habe es nicht geglaubt. Ich füh­le mich nun ein­mal, solan­ge ich an der Spit­ze des Rei­ches bin, ver­ant­wort­li­ch für des Deut­schen Vol­kes Dasein, für sei­ne Gegen­wart und, soweit es ein Men­sch über­blicken kann, auch für sei­ne Zukunft. Ich war daher gezwun­gen, lang­sam auch mei­ner­seits Abwehr­maß­nah­men ein­zu­lei­ten. Sie waren rein defen­si­ver Natur. Aber immer­hin ergab sich bereits im Augu­st und Sep­tem­ber des ver­gan­ge­nen Jah­res eine Erkennt­nis: Eine Aus­ein­an­der­set­zung im Westen mit Eng­land, die vor allem die gan­ze deut­sche Luft­waf­fe gebun­den hät­te, war nicht mehr mög­li­ch, denn in mei­nem Rücken stand ein Staat, der bereits sich fer­tig­mach­te, in einem sol­chen Augen­blick gegen uns vor­zu­ge­hen. Wie­weit aber die­se Vor­be­rei­tun­gen getrof­fen waren, das aller­dings haben wir erst jetzt im vol­len Umfang ken­nen­ge­lernt.

Ich woll­te nun noch ein­mal die­ses gan­ze Pro­blem klä­ren und habe des­halb damals Molo­tow nach Ber­lin ein­ge­la­den. Er stell­te mir die bekann­ten vier Bedin­gun­gen:

1. Deutsch­land müß­te end­gül­tig ein­wil­li­gen, daß, nach­dem sich Ruß­land erneut von Finn­land bedroht fühl­te, Ruß­land zu einer Liqui­die­rung von Finn­land schrei­ten könn­te.

Es war die erste Fra­ge, die für mich schwer zu beant­wor­ten war, aber ich konn­te nicht anders, als die­se Zustim­mung ver­wei­gern.

Die zwei­te Fra­ge betraf Rumä­ni­en: die Fra­ge, ob die deut­se­he Garan­tie Rumä­ni­en auch gegen Ruß­land schüt­zen wür­de. Ich muß­te auch hier zu einem nun ein­mal gege­be­nen Wort ste­hen. Ich bereue es nicht, daß ich es getan habe, denn ich habe auch in Rumä­ni­en einen Ehren­mann gefun­den, in dem Gene­ral Anto­nes­cu, der auch sei­ner­seits zu sei­nem Wort blind gestan­den ist.

Die drit­te Fra­ge damals betraf Bul­ga­ri­en. Molo­tow for­der­te, daß Ruß­land das Recht erhal­te, nach Bul­ga­ri­en Gar­ni­so­nen zu legen und damit über Bul­ga­ri­en eine rus­si­sche Garan­tie aus­zu­üben. Was das heißt, das wuß­ten wir ja unter­des von Est­land, Lett­land und von Litau­en her zur Genü­ge. Ich konn­te mich hier dar­auf beru­fen, daß eine sol­che Garan­tie doch bedingt sei vom Wunsch des zu Garan­tie­ren­den, daß mir dar­über nichts bekannt wäre und daß ich mich daher erst hier rück­erkun­di­gen müß­te und mich bespre­chen müß­te mit mei­nen Ver­bün­de­ten.

Und die vier­te Fra­ge betraf die Dar­da­nel­len. Ruß­land for­der­te Stütz­punk­te an den Dar­da­nel­len. Wenn Herr Molo­tow das jetzt abzu­strei­ten ver­sucht, so ist das nicht ver­wun­der­li­ch. Er wird, wenn er mor­gen oder über­mor­gen nicht mehr in Mos­kau sein wird, es auch abstrei­ten, daß er nicht mehr in Mos­kau ist. Er hat die­se For­de­rung gestellt, und ich habe sie abge­lehnt. Ich muß­te sie ableh­nen.

Und damit war ich mir aller­dings klar, denn es ist ja auch die wei­te­re Unter­re­dung ergeb­nis­los ver­lau­fen, daß nun­mehr eigent­li­ch höch­ste Vor­sicht am Plat­ze war. Und ich habe nun­mehr Ruß­land sorg­fäl­tig­st beob­ach­tet. Jede Divi­si­on, die wir fest­stel­len konn­ten, wur­de bei uns gewis­sen­haft ein­ge­tra­gen und durch Gegen­maß­nah­men pflicht­ge­mäß beant­wor­tet. Die Lage war bereits im Mai soweit gedie­hen, daß es kei­nen Zwei­fel mehr dar­über geben konn­te, daß Ruß­land die Absicht hat­te, bei der ersten Gele­gen­heit über uns her­zu­fal­len. Und gegen Ende Mai ver­dich­te­ten sich die­se Momen­te so, daß man nun­mehr den Gedan­ken einer Aus­ein­an­der­set­zung auf Leben und Tod nicht mehr von sich wei­sen konn­te.

Ich muß­te damals nun immer schwei­gen. Und es ist mir das dop­pelt schwer gewor­den. Nicht so schwer viel­leicht der Hei­mat gegen­über. Denn letz­ten Endes muß die begrei­fen, daß es Augen­blicke gibt, in denen man nicht reden kann, wenn man nicht die gan­ze Nati­on in eine Gefahr brin­gen will. Viel schwe­rer ist mir das Schwei­gen mei­nen Sol­da­ten gegen­über gewor­den, die nun Divi­si­on an Divi­si­on an der Ost­gren­ze des Rei­ches stan­den und doch nicht wuß­ten, was eigent­li­ch vor sich ging, kei­ne Ahnung hat­ten von dem, was in Wirk­lich­keit unter­des sich ver­än­dert hat­te und die doch eines Tages viel­leicht zu einem schwe­ren, ja, dem schwer­sten Waf­fen­gang aller Zei­ten antre­ten muß­ten. Und gera­de ihret­we­gen durf­te ich ja nicht reden, denn hät­te ich auch nur ein Wort ver­lo­ren, dann hät­te dies Herrn Sta­lin nicht im gering­sten in sei­nem Ent­schluß geän­dert, aber die Über­ra­schungs­mög­lich­keit, die mir als letz­te Waf­fe blieb, die wäre dann weg­ge­fal­len. Und jede sol­che Vor­an­kün­di­gung, ja, jede Andeu­tung hät­te Hun­dert­tau­sen­de von unse­ren Kame­ra­den das Leben geko­stet. Ich habe des­halb hier auch in dem Augen­blick noch geschwie­gen, in dem ich mich end­gül­tig ent­schloß, nun­mehr sel­ber den ersten Schritt zu tun. Denn wenn ich schon ein­mal sehe, daß ein Geg­ner das Gewehr all­mäh­li­ch anlegt, dann wer­de ich nicht war­ten, bis er abzieht, son­dern dann bin ich ent­schlos­sen, lie­ber sel­ber vor­her abzu­zie­hen.

Es war, das darf ich heu­te hier aus­spre­chen, der schwer­ste Ent­schluß mei­nes gan­zen bis­he­ri­gen Lebens. Denn jeder sol­che Schritt öff­net ein Tor, hin­ter dem sich nur Geheim­nis­se ver­ber­gen.

Erst die Nach­welt weiß ganz gen­au, wie es kam und was gesch­ah. So kann man nur sich mit sei­nem inne­ren Gewis­sen abfin­den und dann das Ver­trau­en auf sein Volk, auf die selbst­ge­schmie­de­ten Waf­fen stär­ken und dann das, was ich frü­her oft sag­te, den Herr­gott bit­ten, nicht daß er einem hilft durch die Unter­stüt­zung des Nichts­tuns, son­dern daß er dem den Segen gibt, der selbst bereit und gewillt ist, hei­lig und opfer­voll für sein Dasein zu kämp­fen.

Am 22. Juni mor­gens setz­te nun die­ser größ­te Kampf der Welt­ge­schich­te ein. Seit­dem sind etwas über drei­ein­halb Mona­te ver­gan­gen, und ich darf hier zunäch­st eine Fest­stel­lung tref­fen: Es ist alles seit­dem plan­mä­ßig ver­lau­fen. Was immer auch viel­leicht im ein­zel­nen der Sol­dat oder die Trup­pe an Über­ra­schun­gen erle­ben konn­te, – der Füh­rung ist in die­ser gan­zen Zeit in kei­ner Sekun­de das Gesetz des Han­delns aus der Hand ent­wun­den wor­den. Im Gegen­teil, bis zum heu­ti­gen Tage ist jede Akti­on gen­au so plan­mä­ßig ver­lau­fen wie ein­st im Osten gegen Polen, dann gegen Nor­we­gen, und end­li­ch gegen den Westen und end­li­ch auf dem Bal­kan. Nur eines muß ich hier fest­stel­len: Wir haben uns nicht getäuscht in der Rich­tig­keit der Plä­ne. Wir haben uns auch nicht getäuscht in der Tüch­tig­keit, in der ein­ma­lig geschicht­li­chen Tap­fer­keit des deut­schen Sol­da­ten. Wir haben uns auch nicht getäuscht in der Güte oder über die Güte unse­rer Waf­fen. Wir haben uns nicht getäuscht über das rei­bungs­lo­se Funk­tio­nie­ren unse­rer gan­zen Orga­ni­sa­ti­on der Front, ihrer gigan­ti­schen hin­te­ren Räu­me. Und auch nicht haben wir uns getäuscht über die deut­sche Hei­mat. Wir haben uns aller­dings über etwas getäuscht: Wir hat­ten kei­ne Ahnung davon, wie gigan­ti­sch die Vor­be­rei­tun­gen die­ses Geg­ners gegen Deutsch­land und Euro­pa waren und wie unge­heu­er groß die Gefahr war, wie haar­scharf wir vor­bei­ge­kom­men sind dies­mal an der Ver­nich­tung nicht nur Deutsch­lands, son­dern Euro­pas, das kann ich heu­te aus­spre­chen. Ich spre­che das erst heu­te aus, weil ich es heu­te aus­spre­chen darf, daß die­ser Geg­ner bereits gebro­chen ist und nie sich mehr erhe­ben wird! Hier hat sich gegen Euro­pa eine Macht zusam­men­ge­ballt, von der lei­der die mei­sten kei­ne Ahnung hat­ten und vie­le auch heu­te noch kei­ne Ahnung besit­zen. Es wäre dies ein zwei­ter Mon­go­len­sturm gewor­den, eines neu­en Dschin­gis Khan. Daß die­se Gefahr abge­wen­det wur­de, das ver­dan­ken wir zunäch­st der Tap­fer­keit, der Aus­dau­er, der Opfer­wil­lig­keit unse­rer deut­schen Sol­da­ten, und dann auch den Opfern all derer, die mit uns mar­schiert sind. Denn zum ersten Mal ist die­ses Mal doch so etwas wie ein euro­päi­sches Erwa­chen durch die­sen Kon­ti­nent gegan­gen. Im Nor­den kämpft Finn­land; ein wah­res Hel­den­volk. Denn in sei­nen wei­ten Räu­men steht es oft ganz nur allein auf sei­ne eige­ne Kraft, auf sei­nen Mut, auf sei­ne Tap­fer­keit und sei­ne Zähig­keit gestellt. Im Süd­en kämpft Rumä­ni­en. Es hat sich aus einer der schwer­sten Staats­kri­sen, die einem Volk und einem Land pas­sie­ren kön­nen, in stau­nens­wer­ter Schnel­lig­keit erholt unter einem eben­so tap­fe­ren wie ent­schluß­freu­di­gen Mann. Und damit umfas­sen wir auch bereits die gan­ze Wei­te die­ses Kriegs­schau­plat­zes, vom Eis­meer bis zum Schwar­zen Meer. In die­sem Rah­men kämp­fen nun unse­re deut­schen Sol­da­ten und in ihren Rei­hen und mit ihnen gemein­sam die Fin­nen, die Ita­lie­ner, die Ungarn, die Rumä­nen, Slo­wa­ken, Kroa­ten sind im Anmar­sch, Spa­nier, sie rücken jetzt in die Front, Bel­gier, Hol­län­der, Dänen, Nor­we­ger, ja selbst Fran­zo­sen sind ein­ge­rückt in die­se gro­ße Front.

Der Ablauf die­ses ein­ma­li­gen Gesche­hens ist Ihnen ja im gro­ßen bereits jetzt, soweit er zurück­liegt, bekannt: drei deut­sche Hee­res­grup­pen. Eine, die Auf­ga­be, die Mit­te auf­zu­bre­chen und rechts und links zunäch­st eine Bahn frei­zu­ma­chen. Die bei­den Flan­ken­grup­pen, die Auf­ga­be, die eine gegen Lenin­grad vor­zu­sto­ßen und die ande­re die Ukrai­ne zu beset­zen. Im wesent­li­chen sind die­se ersten Auf­ga­ben gelö­st.

Wenn die Geg­ner in die­ser Zeit gewal­tig­ster welt­ge­schicht­li­ch ein­ma­li­ger Kämp­fe oft sag­ten „War­um geschieht jetzt nichts?“ – Es ist immer etwas gesche­hen. Aber gera­de weil etwas gesch­ah, konn­ten wir nicht reden. Wenn ich heu­te eng­li­scher Mini­ster­prä­si­dent sein müß­te, wür­de ich viel­leicht auch unter die­sen Umstän­den dau­ernd reden, weil dort nichts geschieht. Aber das ist der Unter­schied. Es konn­te oft nicht gere­det wer­den ein­fach aus dem Grun­de, mei­ne Volks­ge­nos­sen – ich muß das heu­te hier vor dem gan­zen deut­schen Volk aus­spre­chen – nicht weil wir die dau­ern­de Lei­stung unse­rer Sol­da­ten nicht genü­gend wür­di­gen, son­dern weil wir dem Geg­ner kei­ne Kennt­nis geben dür­fen, vor­ei­lig von Situa­tio­nen, die ihm selbst bei sei­nem mise­ra­blen Nach­rich­ten­dien­st erst oft Tage, ja man­ches Mal Wochen spä­ter bewußt wer­den. Denn ich habe das neu­li­ch schon im Wehr­machts­be­richt brin­gen las­sen, der deut­sche Wehr­machts­be­richt ist ein Bericht der Wahr­heit. Wenn irgend­ein blö­der bri­ti­scher Zei­tungs­lüm­mel nun erklärt, das müß­te erst bestä­tigt wer­den, – der deut­sche Wehr­machts­be­richt ist bis­her schon gründ­li­ch bestä­tigt wor­den! Denn es gibt doch wohl kei­nen Zwei­fel, daß wir gesiegt haben in Polen und nicht die Polen, obwohl die bri­ti­sche Pres­se es anders behaup­tet hat. Und es gibt auch kei­nen Zwei­fel, daß wir in Nor­we­gen sit­zen und nicht die Eng­län­der. Es gibt auch kei­nen Zwei­fel, daß wir in Bel­gi­en und Hol­land erfolg­reich gewe­sen sind und nicht die Eng­län­der. Und es gibt auch kei­nen Zwei­fel, daß Deutsch­land Frank­reich besiegt hat und nicht umge­kehrt. Es gibt auch kei­nen Zwei­fel, daß end­li­ch wir in Grie­chen­land sind und auch wie­der nicht die Eng­län­der oder die Neu­see­län­der. Und auch auf Kre­ta sind sie nicht, son­dern wir sind dort. Also hat der deut­sche Hee­res­be­richt die Wahr­heit gesagt und nicht die ande­ren.

Und im Osten ist es nicht anders. Nach der eng­li­schen Ver­si­on haben wir seit drei Mona­ten eine Nie­der­la­ge nach der ande­ren bekom­men. Aber wir ste­hen tau­send Kilo­me­ter über unse­rer Gren­ze. Wir ste­hen öst­li­ch von Smo­lensk, wir ste­hen vor Lenin­grad, und wir ste­hen am Schwar­zen Meer, wir ste­hen vor der Krim und nicht die Rus­sen ste­hen etwa am Rhein. Wenn also bis­her Ruß­land dau­ernd gesiegt hat, dann haben sie ihre Sie­ge jeden­falls nicht aus­ge­nützt, son­dern sie sind nach jedem Sieg hun­dert oder zwei­hun­dert Kilo­me­ter sofort zurück­mar­schiert. Wahr­schein­li­ch um uns in die Tie­fe des Rau­mes zu locken!

Im übri­gen spre­chen über die Grö­ße die­ses Kamp­fes eini­ge Zah­len. Es sind vie­le unter Ihnen, die noch den Welt­krieg mit­ge­macht hat­ten und die wis­sen, was es heißt, Gefan­ge­ne zu machen und auch nur hun­dert Kilo­me­ter vor­wärts zu erobern. Die Zahl der Gefan­ge­nen ist nun­mehr auf rund 2,5 Mil­lio­nen Rus­sen gewach­sen. Die Zahl der erbeu­te­ten oder ver­nich­te­ten, aber bei uns befind­li­chen Geschüt­ze beträgt bereits jetzt rund 22.000. Die Zahl der ver­nich­te­ten oder erbeu­te­ten, also bei uns befind­li­chen Pan­zer beträgt jetzt bereits über 18.000. Die Zahl der ver­nich­te­ten, zer­stör­ten oder abge­schos­se­nen Flug­zeu­ge über 14,5 Tau­send. Und dahin­ter befin­det sich nun ein Raum, der zwei­mal so groß ist, als das Deut­sche Reich war, das ich 1933 zur Füh­rung erhielt oder vier­mal so groß als Eng­land. Die Luft­li­nie aber, die die deut­schen Sol­da­ten zurück­ge­legt haben, beträgt fast durch­ge­hend heu­te über 800 bis 1.000 Kilo­me­ter. Das ist Luft­li­nie und das sind Marsch­ki­lo­me­ter, die oft das Andert­halb­fa­che und Dop­pel­te bedeu­ten, auf einer Front­län­ge, die gigan­ti­sch ist, und einem Geg­ner gegen­über, der – das muß ich hier aus­spre­chen – nicht aus Men­schen besteht, son­dern aus Tie­ren, aus Besti­en. Was der Bol­sche­wis­mus aus Men­schen machen kann, das haben wir jetzt hier gese­hen. Wir dür­fen der Hei­mat nicht die Bil­der brin­gen, die uns da zur Ver­fü­gung ste­hen. Es ist das Grau­en­haf­te­ste, was Men­schen­ge­hir­ne sich ersin­nen kön­nen; ein Geg­ner, der zugleich kämpft aus tie­ri­scher Blut­gier einer­seits und aus Feig­heit und Angst vor sei­nen Kom­mis­sa­ren ande­rer­seits; ein Land, das nach fast fünf­und­zwan­zig­jäh­ri­gem bol­sche­wi­sti­schem Dasein nun­mehr unse­re Sol­da­ten ken­nen­ge­lernt haben. Und ich weiß nur eines: Wer dort war und noch im Her­zen in irgend­ei­ner Fal­te viel­leicht noch Kom­mu­ni­st und nur im ide­ell­sten Sin­ne gewe­sen sein soll­te, der kehrt zurück von die­ser Auf­fas­sung als geheilt; da kön­nen Sie über­zeugt sein. Das Para­dies der Arbei­ter und der Bau­ern, das ich immer geschil­dert habe, das wer­den nach Been­di­gung die­ses Feld­zu­ges fünf oder sechs Mil­lio­nen Sol­da­ten bestä­ti­gen, so wie ich’s geschil­dert habe. Das wer­den die Zeu­gen, die ich dar­in auf­ru­fen kann. Die sind über die Stra­ßen die­ses Para­die­ses mar­schiert. Die haben in die­sen elen­den Katen die­ses Para­die­ses nicht leben kön­nen, denn sie gehen gar nicht hin­ein, wenn es nicht unbe­dingt not­wen­dig ist. Sie haben die Ein­rich­tun­gen gese­hen die­ses Para­die­ses. Es ist das eine ein­zi­ge Waf­fen­fa­brik auf Kosten des Lebens­stan­dards die­ser Men­schen, eine Waf­fen­fa­brik gegen Euro­pa.

Und gegen die­sen grau­sa­men, bestia­li­schen, tie­ri­schen Geg­ner, gegen die­sen Geg­ner mit die­ser gewal­ti­gen Rüstung, da haben unse­re Sol­da­ten die­se Sie­ge erkämpft. Ich weiß kein Lob, das ihrer gerecht wer­den könn­te. Was sie an Mut und an Tap­fer­keit hier dau­ernd voll­brin­gen und an Anstren­gun­gen, an uner­meß­li­chen Anstren­gun­gen, es ist unvor­stell­bar. Ob es sich um unse­re Pan­zer­di­vi­sio­nen oder Motor­di­vi­sio­nen han­delt, oder ob es sich um unse­re Artil­le­rie oder Pio­nie­re dreht, ob wir unse­re Flie­ger neh­men, unse­re Jäger, unse­re Sturz­kampf­bom­ber, unse­re Schlacht­flie­ger, oder ob wir unse­re Mari­ne neh­men, und ich schlie­ße hier gleich ein die Besat­zun­gen wie immer unse­rer U-Boo­te, ob wir end­li­ch unse­re Gebirgs­trup­pen im Nor­den neh­men, oder ob wir die Män­ner unse­rer Waf­fen-SS nen­nen, sie sind alle gleich. Über allem aber – und das möch­te ich hier wie­der beson­ders beto­nen – über allem steht in sei­nen Lei­stun­gen der deut­sche Infan­te­ri­st, der deut­sche Mus­ke­tier. Denn, mei­ne Freun­de, wir haben dort Divi­sio­nen, die seit dem Früh­jahr über zwei­ein­halb bis drei­tau­send Kilo­me­ter zu Fuß mar­schiert sind, zahl­rei­che Divi­sio­nen, die tau­send und ein­ein­halb und zwei­tau­send Kilo­me­ter zurück­ge­legt haben. Das spricht sich leicht aus. Ich kann sagen, wenn man über­haupt von Blitz­krieg redet, dann ver­die­nen es die­se Sol­da­ten, daß man ihre Lei­stun­gen als blitz­ar­ti­ge bezeich­net. In der Geschich­te sind sie im Vor­wärts­mar­schie­ren noch nie über­trof­fen wor­den, höch­stens im Davon­lau­fen von eini­gen eng­li­schen Regi­men­tern. Es gibt nur noch ein paar histo­ri­sche Blitz­rück­zü­ge, die die­se Aktio­nen an Schnel­lig­keit über­trof­fen haben, aller­dings, es han­del­te sich hier nicht um so gro­ße Ent­fer­nun­gen, weil man sich von vorn­her­ein immer etwas näher an der Küste hielt. Ich will dabei nicht etwa den Geg­ner schmä­hen, ich will nur dem deut­schen Sol­da­ten die Gerech­tig­keit zuteil wer­den las­sen, die er ver­dient. Er hat Unüber­treff­li­ches gelei­stet! Und mit ihm auch alle die Orga­ni­sa­tio­nen, die heu­te teils Arbei­ter sind, teils aber auch Sol­da­ten. Denn in die­sem gewal­ti­gen Raum, da ist heu­te fast jeder Sol­dat. Jeder Arbeits­mann ist Sol­dat. Jeder Eisen­bah­ner dort ist Sol­dat. In die­sem gan­zen Gebiet muß alles dau­ernd mit der Waf­fe Dienst tun. Und es ist ein Rie­sen­ge­biet.

Und was hin­ter die­ser Front gelei­stet wur­de, ist gen­au so gewal­tig wie die Lei­stun­gen der Front. Über fünf­und­zwan­zig­tau­send Kilo­me­ter rus­si­sche Bah­nen sind wie­der in Betrieb. Über fünf­zehn­tau­send Kilo­me­ter rus­si­sche Bah­nen sind auf deut­sche Spur umge­wan­delt wor­den. Und wis­sen Sie, was das heißt? Das heißt, daß der größ­te Quer­schnitt des Deut­schen Rei­ches von ein­st, etwa von Stet­tin bis zu den baye­ri­schen Ber­gen, daß also eine sol­che Linie, die knapp tau­send Kilo­me­ter umfaßt, fünf­zehn­mal neben­ein­an­der­ge­legt wor­den ist, heu­te bereits auf deut­sche Spur im Osten. Was das an Schweiß koste­te und an Anstren­gun­gen, das kann viel­leicht auch die Hei­mat gar nicht so recht ermes­sen.

Und hin­ter dem allem, da sind nun die­se Arbeits­ba­tail­lo­ne des Arbeits­dien­stes, unse­rer Orga­ni­sa­tio­nen – vor allem die Orga­ni­sa­ti­on Todt – und die Orga­ni­sa­tio­nen unse­res Ber­li­ner Speer. Und alles das wird wie­der betreut von ande­ren. Die­se gan­ze gigan­ti­sche Front steht im Dien­ste unse­res Roten Kreu­zes. Sani­täts­of­fi­zie­re und Sani­täts­per­so­nal und Rote-Kreuz-Schwe­ster, sie alle opfern sich auf. Und hin­ter die­ser Front baut sich bereits die neue Ver­wal­tung auf, die dafür sor­gen wird, daß die­se gan­zen rie­si­gen Gebie­te, wenn die­ser Krieg län­ger dau­ert, der deut­schen Hei­mat und den uns Ver­bün­de­ten nüt­zen wird. Und ihr Nut­zen wird ein unge­heu­rer sein, und es soll kei­ner zwei­feln, daß wir sie zu orga­ni­sie­ren ver­ste­hen!

Wenn ich Ihnen aber nun so nur in weni­gen Sät­zen ein Bild der ein­ma­li­gen Lei­stun­gen unse­rer Sol­da­ten gebe und all derer, die heu­te hier im Osten kämp­fen oder tätig sind, dann möch­te ich auch den Dank der Front der Hei­mat über­mit­teln, den Dank unse­rer Sol­da­ten für die Waf­fen, die die Hei­mat gelie­fert hat, für die aus­ge­zeich­ne­ten und erst­klas­si­gen Waf­fen, den Dank für die Muni­ti­on, die die­ses Mal zum Unter­schied des Welt­kriegs in unbe­grenz­ten Men­gen, soweit sie nur trans­por­tiert wer­den kann, zur Ver­fü­gung steht. Es ist nur ein Trans­port­pro­blem. Wir haben so vor­ge­sorgt, daß in der Mit­te die­ses gigan­ti­schen Mate­ri­al­kriegs ich auf gro­ßen Gebie­ten die wei­te­re Pro­duk­ti­on nun­mehr ein­stel­len konn­te, weil ich weiß, daß es jetzt kei­nen Geg­ner mehr gibt, den wir mit den vor­han­de­nen Muni­ti­ons­men­gen nicht nie­der­zwin­gen wür­den.

Und wenn Sie man­ches Mal in der Zei­tung lesen über die gigan­ti­schen Plä­ne ande­rer Staa­ten, was sie alles zu tun geden­ken und begin­nen, und wenn sie hier von Mil­li­ar­den Sum­men hören, so, mei­ne Volks­ge­nos­sen, erin­nern Sie sich an das, was ich jetzt sage:

1. Wir stel­len in den Dienst die­ses Kamp­fes auch einen gan­zen Kon­ti­nent.

2. Wir reden nicht von Kapi­tal, son­dern von Arbeits­kraft. Und die­se Arbeits­kraft stel­len wir hun­dert­pro­zen­tig in die­sen Dienst. Und

3. Wenn wir dar­über nicht reden, dann heißt das nicht, daß wir nichts tun. Ich weiß ganz gen­au, daß die ande­ren alles bes­ser machen als wir. Sie bau­en Tanks, die unüber­wind­li­ch sind. Sie sind schnel­ler als die unse­ren, sie sind stär­ker gepan­zert als die unse­ren, sie haben bes­se­re Kano­nen als die unse­ren, und sie brau­chen gar kein Ben­zin. Im Kampf haben wir sie bis­her noch über­all abge­schos­sen. Und das ist das Ent­schei­den­de. Sie bau­en Wun­d­er­flug­zeu­ge. Es sind immer Wun­der­din­ge, die sie machen, alles unbe­greif­li­ch, auch tech­ni­sch unbe­greif­li­ch. Aber sie haben noch kei­ne Maschi­nen, die die unse­ren über­tref­fen. Und die Maschi­nen, die bei uns heu­te fah­ren oder schie­ßen oder flie­gen, sind nicht jene Maschi­nen, mit denen wir näch­stes Jahr fah­ren oder schie­ßen oder flie­gen wer­den.

Ich glau­be, daß das für jeden Deut­schen genü­gen wird. Alles ande­re, das wird durch unse­re Erfin­der und durch unse­ren deut­schen Arbei­ter und auch durch die deut­sche Arbei­te­rin besorgt. Denn hin­ter die­ser Front des Opfers, des Todes­mu­tes und des Lebens­ein­sat­zes steht ja auch eine Front der Hei­mat, eine Front, die gebil­det wird von Stadt und Land. Mil­lio­nen deut­sche Bau­ern, zum gro­ßen Teil oft auch ersetzt durch Grei­se oder hal­be Kin­der oder durch die Frau, sie erfül­len im höch­sten Gra­de ihre Pflicht. Mil­lio­nen und Mil­lio­nen deut­sche Arbei­ter, sie schaf­fen unent­wegt. Und es ist bewun­de­rungs­wür­dig, was sie lei­sten. Und über allem auch hier wie­der die deut­sche Frau, das deut­sche Mäd­chen, die Mil­lio­nen von Män­nern erset­zen, die heu­te an der Front sind. Wir kön­nen wirk­li­ch sagen, zum ersten Mal in der Geschich­te: Ein gan­zes Volk ist jetzt im Kampf, teils an der Front, teils in der Hei­mat.

Wenn ich aber das aus­spre­che, dann ergibt sich für mich als alten Natio­nal­so­zia­li­sten dar­aus eine zwin­gen­de Erkennt­nis. Wir haben nun zwei Extre­me ken­nen­ge­lernt. Das eine, das sind die kapi­ta­li­sti­schen Staa­ten, die mit Lügen oder mit Betrü­gen und mit Betrü­ge­rei­en ihren Völ­kern die natür­lich­sten Lebens­rech­te ver­wei­gern, die aus­schließ­li­ch ihre Finanz­in­ter­es­sen im Auge behal­ten, die bereit sind, dafür Mil­lio­nen Men­schen zu opfern. Nach der ande­ren Sei­te, da sehen wir das kom­mu­ni­sti­sche Extrem: Einen Staat, der unsag­ba­res Elend über Mil­lio­nen und Mil­lio­nen gebracht hat, und auch nur sei­ner Dok­trin das Glück der ande­ren opfert.

Dar­aus kann es nun in mei­nen Augen für uns alle nur eine Ver­pflich­tung geben, näm­li­ch: unse­rem natio­na­len und sozia­li­sti­schen Ide­al mehr denn je zuzu­stre­ben. Denn über eines müs­sen wir uns im kla­ren sein: Wenn die­ser Krieg ein­st been­det sein wird, dann hat ihn gewon­nen der deut­sche Sol­dat, der aus den Bau­ern­hö­fen, aus den Fabri­ken usw. stammt, der in sei­ner Mas­se wirk­li­ch die Mas­se unse­res Vol­kes dar­stellt. Und es hat ihn gewon­nen die deut­sche Hei­mat mit den Mil­lio­nen Arbei­tern und Arbei­te­rin­nen, Bau­ern und Bäue­rin­nen. Es haben ihn gewon­nen die schaf­fen­den Men­schen im Kon­tor, im Beruf, alle die­se Mil­lio­nen Men­schen, die tätig sind, die haben ihn gewon­nen. Und für die­se Men­schen muß dann die­ser Staat hier auf­ge­rich­tet wer­den, aus­schließ­li­ch für die­se Men­schen. Wenn die­ser Krieg zu Ende sein wird, dann wer­de ich aus ihm zurück­keh­ren als ein noch viel fana­ti­sche­rer Natio­nal­so­zia­li­st, als ich es frü­her war. Und es wird ein Glück sein für alle die­je­ni­gen, die zur Füh­rung beru­fen sind. Denn in die­sem Staat herrscht ja nicht, wie etwa in Sowjet­ruß­land, das Prin­zip der soge­nann­ten Gleich­heit, son­dern das Prin­zip der Gerech­tig­keit. Wer als Füh­rer geeig­net ist, sei es mili­tä­ri­sch, poli­ti­sch, oder sei es wirt­schaft­li­ch, er ist uns immer gleich­hoch wert. Aber gen­au so wert muß auch der­je­ni­ge sein, ohne des­sen Mit­ar­beit jede Füh­rung ein lee­res Tun blie­be, nur Gedan­ken­akro­ba­tik. Und das ist das Ent­schei­den­de. Das deut­sche Volk kann heu­te stolz sein. Es hat die besten poli­ti­schen Füh­rer, es hat die besten Feld­her­ren, es hat die besten Inge­nieu­re, Wirt­schafts­füh­rer, Orga­ni­sa­to­ren, es hat aber auch den besten Arbei­ter, den besten Bau­ern; es hat das beste Volk.

Und alle die­se Men­schen nun in eine Gemein­schaft zu ver­schmel­zen, war ein­st die Auf­ga­be, die wir uns als Natio­nal­so­zia­li­sten stell­ten, die Auf­ga­be, die uns heu­te noch viel kla­rer ist als je zuvor.

Ich kom­me aus die­sem Krieg ein­st zurück wie­der mit mei­nem alten Par­tei­pro­gramm, des­sen Erfül­lung mir noch wich­ti­ger ist und zu sein scheint als viel­leicht am ersten Tag.

Und die­se Erkennt­nis hat mich auch heu­te nur ganz kurz hier­her geführt, um das dem deut­schen Volk zu sagen. Denn es hat auch im Win­ter­hilfs­werk wie­der eine Gele­gen­heit, den Gei­st die­ser Gemein­schaft zu bekun­den. Was die Front opfert, das kann über­haupt durch nichts gut gemacht wer­den. Aber immer­hin, auch das, was die Hei­mat lei­stet, muß vor der Geschich­te der­ein­st bestehen kön­nen. Es muß wenig­stens so sein, daß der Sol­dat, der an der Front ist, weiß, daß zu Hau­se sich die Hei­mat um jeden Zurück­ge­blie­be­nen beküm­mert und für ihn nach bester Mög­lich­keit sorgt. Das muß er wis­sen. Und das muß sein, damit auch die­se Hei­mat der­ein­st in Ehren genannt wird neben den gewal­ti­gen Lei­stun­gen der Front.

Ich glau­be, daß es daher gar nicht ange­bracht sein wür­de, jetzt noch einen beson­de­ren Auf­ruf oder eine For­de­rung an unse­re Volks­ge­nos­sen zu rich­ten. Jeder weiß, was er tun muß in die­ser Zeit. Jede Frau und jeder Mann, sie wis­sen, was man mit Recht von ihnen for­dert und was zu geben sie ver­pflich­tet sind. Und wenn sie nur ein­mal über die Stra­ßen gehen und im Zwei­fel sein soll­ten, ob sie noch ein­mal geben sol­len oder geben müs­sen, dann mögen sie nur einen Blick seit­wärts wen­den, viel­leicht wird ihnen dann einer begeg­nen, der viel mehr als sie für Deutsch­land geop­fert hat.

Und nur dann, wenn die­ses gan­ze deut­sche Volk zu so einer ein­zi­gen Opfer­ge­mein­schaft wird, dann allein kön­nen wir auch erwar­ten, dann kön­nen wir hof­fen, daß uns die Vor­se­hung auch in der Zukunft wie­der bei­ste­hen wird. Der Herr­gott hat noch nie­mals einem Fau­len gehol­fen. Er hilft auch kei­nem Fei­gen. Er hilft auch kei­nem Volk, das sich nicht sel­ber hel­fen will. Hier gilt im größ­ten der Grund­satz: Volk, hilf dir selbst, dann wird der Herr­gott sei­ne Hil­fe Dir nicht ver­wei­gern!

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